Willy Mommer Senior - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Willy Mommer Senior

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Kammermusiker und Perfektionist
1880-1943

Willy Mommer Senior wurde am 1. August 1880 in Eupen geboren.
Er wuchs in einem musikalischen und kinderreichen Elternhaus auf.
Gesang und Instrumentalmusik spielten in der Familie eine große Rolle.

In  einer GrenzEcho-Veröffentlichung aus dem Jahre 1968 wird Willy Mommer als der "größte Kirchenmusiker des Eupener Landes, der unerbittlich forderte, tadelte und manhte" beschrieben. "Alle seine Chöre (Cäcilia St. Josef, Männerquartett und Marienchor) folgten seinem Prinzip: Pflege der bewährten Tradition und Mut zum Experimentieren.

Führte auch der  Erfolg im Bereich der weltlichen Veranstaltungen und Konzertreisen zu internationalem Ruf, so bildete doch die sakrale Kunst den Mitttelpunkt seines Wirkens.

Mommer bekannte sich zur sogenannten neupalestrinesischen Richtung, für sein Wirken von ausschlaggebender Bedeutung und gewiss bis in die heutige Zeit das kirchenmusikalische Programm der einst von ihm geleiteten Chöre bestimmend."
GrenzEcho vom 19. Dezember 1968
Gregoriushaus
Willy Mommer erlernte sehr früh das Klavierspiel. Er studierte am überregional bekannten Gregoriushaus in Aachen Harmonie- und Kompositionslehre. Dort begegnete er den Aachener Domkapellmeister Franz Nekes sowie den Leiter des Gregoriushauses und späteren Bischof von Trier, Dr. Franz Rudolf Bornewasser. Beide waren Anhänger des neu-palestrinensischen Stils, der die Kirchenmusik auf ihre ursprünglichen Quellen zurückführen wollte.
Bis zum heutigen Tag hat dies Einfluss auf die Entwicklung des Marienchores. Die zahlreichen Kompositionen religiöser Art sind ein Beweis für diesen Einfluss.
Im Jahre 1902 bestand Mommer sein Organisten- und Musiklehrerexamen am Gregoriushaus. Seine ersten musikalischen und beruflichen Erfahrungen macht er in der Pfarrei Himmelreich in der Nähe von Düsseldorf. 1907 bekam er ein Angebot als Organist am St. Veitsdom zu Prag. Seine Mutter rief ihn jedoch zum kranken Vater nach Eupen zurück. Außerdem war die Mutter der Ansicht, dass sein musikalisches Betätigungsfeld in der Heimat sein müsse.
Klang und technische Perfektion
So übernahm er im Jahre 1907 den Marienchor und etwas später auch die übrigen Chöre seines Vaters. Er verstand es ausgezeichnet, den Marienchor und seine Quartette zu zahllosen großartigen Erfolgen zu führen. Kammermusikalischer Klang und technische Perfektion lagen ihm dabei sehr am Herzen. Er verfolgte stets das Doppelziel: „Gesang zu Ehren Gottes und zur Freude des Menschen“.
Erste Kompositionen
Die ersten größeren Kompositionen, Ave Maria und Sanctus, hörte man 1911 anlässlich der Fahnenweihe des Marienchores.
Herzensfrühling
Eine der frühesten Kompositionen Willy Mommers. Er widmete sie seinem Vater Robert Mommer und dem Eupener Männer-Gesang-Verein.
Das Jahr 1920
Im Jahre 1920 gab es gleich drei wichtige Ereignisse: im Juni schloss er mit Klara Peters den Bund der Ehe, er bekam eine Anstellung als Musiklehrer an der Heidberg-Mädchenschule und wurde im August Organist und Chorleiter des Kirchenchores Cäcilia an Sankt Josef, Eupen.
Kirchenchor an Sankt Josef als Wiege seines künstlerischen Schaffens
Willy Mommers Schaffenskraft war im Jahr 1925 besonders bemerkenswert. Für den eucharistischen Chorgesang komponierte er gleich mehrere Werke, die in den folgenden Jahren genauso häufig wie erfolgreich zur Aufführung gebracht wurden. An Sankt Josef begann dann auch die fruchtbarste Zeit seines künstlerischen Wirkens. Er vereinte immer wieder mehrere Chöre zu einem großen Ensemble mit über 100 Aktiven. Außerdem veranstaltete er großartige Konzerte mit Chor, Solisten und Orchester. In seine Schaffenszeit an Sankt Josef fallen auch seine bedeutendsten geistlichen Werke für vier- und achtstimmigen Männerchor oder für gemischten Chor. Es entstanden rund 60 geistliche und etliche weltliche Werke.
Besonders bei den Werken für Männerchor ist eine Anlehnung an den großen Palestrina deutlich spürbar. Die wichtigsten seiner rund 60 Werke religiöser Prägung waren: Ave Maria, Ave Regina Coelorum, Coeli Enarrant, Dominus Regnavit, Gloria in Excelsis Deo, Hodie Christus natus est, Jesu dulcis Memoria, Jubilate, Justorum Animae, Laudate Dominum, Magnificat, Miserere, O bone Jesu, O salutaris Hostia, Pange Lingua, Requiem, Tantum Ergo, Terra Tremuit, Tu es Petrus.
Zur Abb.: Werbeanzeige im Korrespondenzblatt des Kreises Eupen


Wettstreit-Kompositionen
Im Herbst 1925 veranstalte er zum 20-jährigen Jubiläum des Marienchores einen großen Wettbewerb für Solisten, Solo- und Doppelquartette. Zu den Aufgaben gehörte die Interpretation von vier Pflichtwerken aus eigener Feder.
Männerquartett des Marienchores
Im Jahre 1926 gründete er das Eupener Männerquartett, dessen Mitglieder in den Anfangsjahren noch zum Marienchor gehörten. Mit 12 Sängern erzielte Willy Mommer sen. erste beachtliche internationale Erfolge.
Eine Arbeitsüberlastung führte 1930 zu einem gesundheitlichen Zusammenbruch; trotz allem organisierte er zum 25-jährigen Bestehen des Marienchores einen großartigen Sängerwettstreit: 34 Chöre, Quartette und Doppelquartette reisten aus dem In- und Ausland nach Eupen.
Kontroversen und gesundheitliche Einschränkungen
Im Jahre 1931 legte er nach Kontroversen mit dem damaligen Pfarrer sein Amt als Chorleiter von Cäcilia an Sankt Josef nieder. Kurze Zeit später machte seine Gesundheit ihm immer mehr Probleme. Als der Zweite Weltkrieg hereinbrach, hatte er seine Tätigkeiten bereits auf ein Minimum begrenzt. Nach langer Krankheit starb er am 10. Juni 1943.
Silbernes Chorleiter-Jubiläum
Als ganz besonderer Vermerk wäre das Stftungsfest, das 27. seit Bestehen unserer Gesangskorporation. Dasselbe fand statt am Sonntag, 20. November 1932 im katholischen Jünglingshaus in Form einer Festfeier, welche sich konzertlich kunstgehaltvoll und durch die Theateraufführungen als Familienfest gestalteten. Einen auserlesenen Charakter trug dieses Fest außerdem durch die mit demselben verflochtene Jubilaren-Ehrung: fürwah ein denkwürdiger Tag!
Galt es doch an diesem Tage unserem hochverdienten und kunstfördernden Dirigenten Herrn Willy Mommer zu seinem 25-jährigen Jubiläum als musikalischen Leiter des MGV Marienchores zu huldigen. Vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, Freunden und anhängern des Vereins brachte unser Ehrenpräsident, Hochwürden und Dechant Herr H. Keutgens in einer sinnvollen Festrede die Glückwünsche des Vereins dar.  Er sprach dem Jubelchorleiter in Anerkennung seiner vielgestaltigen und außerordentlichen Fähigkeiten, als kunstsinniger Leiter, wie auch als Komponist kirchenmusikalischer Werke den herzlichen Dank aus und wünschte ihm ein weiteres ersprießliches und segensreiches Wirken im Gedenken des liturgischen Kunstgesanges.
Weitere Infos:
Eindrucksvoller Abschied
Bei strömendem Regen und unter Teilnahme einer riesigen Trauergemeinde – angeführt von Hunderten Sängern – trug man einen der bedeutendsten Künstler, den Eupen je gehabt hatte, zu Grabe.
Den Aufstieg seines hochbegabten Sohnes Willy Mommer jun.
konnte er leider nicht mehr miterleben.
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