Mariensäule am Eupener Marktplatz - Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Mariensäule am Eupener Marktplatz

Archiv > 1905-1954 > 1913

Mariensäule inmitten neuer Anlage am Marktplatz
Im Laufe der Jahrzehnte erfuhr sie mehrfach eine Veränderung

Am Sonntag nach dem Fronleichnamsfest durchzieht die Prozession unsere Stadt. An diesem Tag findet auf dem Marktplatz die Abschlussfeier statt. Der Marktplatz erhielt 1857 seine schlanke Mariensäule. Im Laufe der Jahrzehnte erfuhr die Mariensäule mehrfach eine Veränderung. Anfangs stand sie mit der Muttergottes-Statue ziemlich einsam auf dem großen Platz in der Nähe des alten Marktbrunnens. Die Eupener Bevölkerung ließ nach dem Plan von Vinzenz Statz (Köln) einen neuen Marktbrunnen errichten, der durch eine von Bildhauer Mohr (Aachen) geschaffene Marienstatue bekrönt wurde. Nach ihrer Restaurierung im Jahre 1882 wurde die Mariensäule an die Stelle versetzt, wo sie noch heute in unveränderter Form zu finden ist. Vor nunmehr 100 Jahren bestand in Eupen ein „Marien-Denkmal-Komitee", das sich für die Pflege, den Erhalt und den Ausbau der Mariensäule bzw. deren Anlage einsetzte. Es wurde ein Arbeitsausschuss gewählt, welcher die erforderlichen Vorbereitungen für die Ausführung des Projekts in die Hand nahm. Schließlich kam das vom Stadtbaumeister ausgearbeitete Projekt zur Vorlage. Seit vor Jahren die Brunnenbecken am Fuße der Mariensäule entfernt wurden, entbehrte diese einer kräftigen, wirksamen Basis. Nach dem vorgelegten Projekt sollte diesem Mangel nunmehr durch ein geräumiges Becken abgeholfen werden. In Gestalt eines Sechseckes sollte es den unteren Teil der Mariensäule umgeben. Die Sandsteinaußenflächen dieses Beckens soll bildnerischer Schmuck zieren, welcher sich der Stilgebung von Monument und Umgebung harmonisch anpasst. In das Bassin kann dann aus drei Röhren Wasser springen und Blumenschmuck angebracht werden, dessen Ranken und Blätter über den Rand des Gitters herabhängen und solchergestalt einen Übergang von der schlichten Säule nach dem massigen Becken bilden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 2.000 Mark. Das Projekt fand allseitige Zustimmung. Abgesehen von einer geringfügigen Abänderung wurde dessen Ausführung beschlossen. Der Arbeitsausschuss wurde ebenfalls beauftragt, in eine Prüfung der Eigentumsverhältnisse des Platzes einzutreten, auf welchem das Denkmal stand. Dem Arbeitsausschuss gehörten unter dem Vorsitz des Beigeordneten Lüchem die Herren Löchte, Rütgers, Tilgenkamp, Ziegler, Franken, Küttingen, Hockel und Fröhlich an.
Es dauerte nicht lange, und der Eupener Marktplatz hatte eine Anlage um die Säule mit der Unbefleckten Empfängnis, die allseits größte Anerkennung fand. Eupen-Oberstadt ohne Mariensäule ist heute nicht mehr denkbar. Immer wieder wählte man den schönen Platz für weltliche und religiöse Veranstaltungen. In der schlanken Mariensäule besitzen die Oberstädter einen Schatz, den sie lieben und verehren. Seit 1954 lässt die Stadtverwaltung schönen Blumenschmuck um das Denkmal anlegen. Auch zur Weihnachts- und Osterzeit erhält die Mariensäule einen zusätzlichen prächtigen Schmuck.

Von Jahr zu Jahr wird der Marktplatz schöner und attraktiver. Zahlreiche Ruhebänke fanden in den letzten Jahren rund um die Mariensäule Aufstellung. Der Marktplatz oder, wie der Eupener kurzer Hand sagt, dr Maart, ist heute ein beliebter Ruheplatz für viele Passanten, die hier eine kurze Ruhepause einlegen.

© Leo Kever, GrenzEcho, 17.11.2012


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