Kgl. MGV Marienchor Eupen

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Chronik

Traditionen

Vereinschronik 1905 - 1958

Königlicher Männergesangverein, Eupen
Gegründet 29. August 1905
Mitglied der Confédération Musicale de Belgique
Am 8. Oktober 1955 mit dem Prädikat «öniglich" ausgezeichnet.
Ehrenpräsident: Benoît Ledur, Dechant an Sankt Nikolaus, Eupen
Präsident: Alfons Sistenich, Eupen, Gülcherstrasse 55
Schriftführer: Walter Thielen, Eupen, Rotenbergplatz 15
Kassierer: J. Mennicken, Eupen, Malmedyer Strasse 17
Ehrendirigent: Hubert Mommer, Gemmenich, Place Colonel, 104
Dirigent: Willy Mommer jun., Eupen, Schulstrasse 35


Am 29. August 1905 trat auf Anregung des Dirigenten und Organisten, Herrn Robert Mommer, im Lokal Tonnar (unser Foto) eine Versammlung zusammen, die die Gründung eines Gesangvereins beschloss.


Der Verein wählte den Namen: "Marienchor an der Klosterkirche, Eupen".
Stand zu Beginn er aktiven Tätigkeit die Pflege der „musica sacra", so sollte im Laufe der Jahre die weltliche Chormusik einen gleichbleibenden Platz im Vereinsschaffen einnehmen.
Schon 1906 errang das Doppelquartett den 1. Ehrenpreis sowie den 2. Klassenpreis bei einem Wettstreit in Aachen.
Leider allzu früh wurde der tüchtige Dirigent dem Verein durch den Tod im Dezember 1908 entrissen. Sein begonnenes Werk aber wurde durch seinen Sohn, Willy Mommer Sen fortgesetzt. Auf der gregorianischen Schule in Aachen ausgebildet und zwar unter der Leitung des bekannten Kirchenmusikers Neckes, übernahm er die ihm gestellte Aufgabe und hat es in erstaunlicher Weise verstanden, den Verein und die ihm  angeschlossenen Quartette zu vielen großen Erfolgen zu führen.

1913: Heerlen: Goldmedaille der Königin von Holland (Soloquartett)
1914: Höchstehrenpreis des Großherzogs von Baden
1919: Hal: Goldmedaille des Königs von Belgien (Soloquartett)
1924: Dülken: Höchstehrenpreis der Stadt Dülken
1926: Paris: Medaille der Republik Frankreich (Soloquartett)
1927: Spa: Excellence-Preis

Das Jahr 1930 brachte den Glanzpunkt der Eupener Sängerchronik. 34 Chöre, Doppelquartette und Quartette aus dem In- und auslande kämpften in friedlichem Wettstreit um die Krone dieses internationalen Turniers, den Preis S.M. des Königs von Belgien.
In die Krisenzeit der Kriegsjahre hinein fiel der Tod des geliebten Dirigenten. Am 10. Juni 1943 schied Willy Mommer Sen von uns, nachdem er den Chor seine schönsten Kompositionen von „Ave Maria Coelorum", „Coeli ennari", „Dominus regnavit" und sein herrliches „Magnificat" als musikalisches Vermächtnis hinterlassen hatte. Sein Bruder Robert übernahm alsdann die musikalische Leitung des Vereins und ihm gebührt vor allem ein besonderer Verdienst ob seiner unermüdlichen Tätigkeit in den ersten Nachkriegsjahren.
Im Jahre 1947 übernahm Professor Willy Mommer Jun für den erkrankten Onkel die Aufgabe als  Dirigent und stellte sich ganz in den Dienst des Marienchores, jenem kostbaren Erbstück der Familie.

Unter seiner sicheren und künstlerischen Leitung entwickelte sich der Marienchor zu einem Chor, der mit zu den besten unseres Landes gezählt werden kann. Wenn der Chor sich auch kaum mehr an Wettstreite beteiligte, so unterließ er es doch nicht, sein musikalisches Niveau hochzuhalten, in dem er an zahlreichen Konzerten im In- und Ausland teilnahm.
Der Marienchor konzertierte namentlich in folgenden Städten: Kerkrade, Antwerpen, Brüssel, Eschweiler, Lüttich, Verviers, Aachen, Bendorf, sowie in der Weltausstellung EXPO 1958 in Brüssel.
Drei Hauptereignisse treten hier vor allem hervor:
8.Oktober 1955: Verleihung des Titels „königlich";
8.Juni 1958: Der Kgl Marienchor besteht die Zulassungsprüfung am belgisch nationalen Rundfunk;
20. Juli 1958: Der Kgl Marienchor klassiert sich in „Division Excellence".

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In Ergänzung zu vorstehender zusammengefasster Vereinschronik, noch einige Auszüge aus verschiedenen Presseberichten, welche Zeugnis ablegen vom künstlerisch hochstehenden Niveau des Kgl MV Marienchor:
Le Jour, Verviers: Ein Chor mit einer erstaunlich guten Ausgeglichenheit, reich in allen Tonlagen,…
La Meuse, Liège: Die vorzügliche Klangfülle, der Schmelz und die Ausgeglichenheit der Stimmen, die Reinheit der Aussprache und die sichere Interpretation der einzelnen Stimmen, geben den Darbietungen des Kgl Marienchores einen überzeugenden künstlerischen Charakter….
Le Courrier, Liège: Dem Eupener Chor gebührt die Siegespalme; er ist ein vorbildliches Ensemble.
La Cité, Brüssel: Die erstaunliche Leichtigkeit und der wunderbare Schmelz der Stimmen sind die hervorstechendsten  Eigenschaften dieses Chores.
Aachener Volkszeitung: Der Hörer wurde Zeuge eines Chorklanges, der wohl nur schwerlich zu überbieten ist.
Aachener NRZ-Zeitung: Samtweicher, herrliche fülliger Chorklang, absolute Intonationstechnische Sicherheit sind die Hauptmerkmale dieses Chores aus Eupen.
Grenz Echo, Eupen: Wo findet man solch herrliche Bässe, ohne die hervorragenden Leistungen der Tenöre und Mittelstimmen in etwa zu schmälern.

(© Marienchor 1958)





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